Stipendiat:innen Residence 2022/23

Residence NRW+
Stipendiat:innen 2022/23

Die diesjährigen Stipendiat:innen der Stiftungsinitiative Residence NRW+ sind Soya Arakawa, Paolo Baggi, Olga Holzschuh, Lisa Klosterkötter, Magdalena Los, Florentine R. Muhry, Alicia Reymond sowie Nicola Gördes & Stella Rossié.

Soya Arakawa, Künstler

geboren 1984 in Hamamatsu (Japan), studierte an der Kanazawa Collage of Art und Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Rita McBride. Er lebt und arbeitet in Krefeld. Er arbeitet in den Bereichen Skulptur, Zeichnung, Malerei, Installation und Performance – darunter Solo-Performances in Eigenregie und Kollaborationen in verschiedenen Bereichen, in denen er als Sänger, Tänzer und Instrumentalist auftritt. Seine Arbeiten spielen oft mit Ideen von kultureller Aneignung, Fiktion und Selbstmythologie.

Paolo Baggi, Kurator

geboren 1994 in Bern, lebt und arbeitet in Fribourg (Schweiz), Master in Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Fribourg. 2022 war er Co-Kurator von Pooky's Reform in der Friart Kunsthalle Fribourg. 2021 absolvierte er ein Praktikum bei WIELS in Brüssel und war dort kuratorisch mitverantwortlich für eine Ausstellung zur niederländischen Malerin Jacqueline de Jong. Zwischen 2017 und 2020 war er Co-Manager und Co-Kurator des Programms des unabhängigen Kunstraums WallRiss in Fribourg. Seit 2019 hat er mehrere Ausstellungen in der Schweiz und Belgien kuratiert und die Formate "Plattform19" und "Plattform20" in verschiedenen Schweizer Institutionen mitorganisiert.

Olga Holzschuh, Künstlerin

lebt und arbeitet in Köln. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich mit den ästhetischen, sozialen und psychologischen Auswirkungen von technologischen Innovationen auf den gesellschaftlichen und individuellen Körper auseinander. Das transitorische Moment bildet einen Kern ihrer Arbeit. Dies zeigt sich nicht nur in ihren Performances, sondern auch in ihrer Beschäftigung mit formveränderlichen Materialien wie Seife, fotografische Lösungen und Metall. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im EIGEN+ART LAB (Berlin, 2021), in der KOENIG2 / Christine König Galerie (Wien, 2019) sowie auf dem Gallery Weekend in Kraków (2021) präsentiert.

Lisa Klosterkötter, Kuratorin

freischaffende Kuratorin, geboren 1990 in Köln. Sie realisierte verschiedene Projekte in Ausstellungsräumen und im öffentlichen Raum, u.a. in Marseille, Seoul und Palermo. Gemeinsam mit Elena Malzew kuratierte und gründete sie das Ausstellungsformat "Gegenwart: Doing Youth" in Hamburg, das sich 2020/21 dem Thema Jugend widmete. 2021 initiierte sie gemeinsam mit der Künstlerin Signe Raunkjaer Holm das Performanceprojekt "Dollhouses" im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Lisa Klosterkötter studierte bildende Kunst und Germanistik an der HFBK Hamburg, der Universität Hamburg und dem Royal Institute of Art in Stockholm. Von 2018 bis 2021 war sie als Kuratorin für den Projektraum PiK Deutz (KunstWerk Köln e.V.) tätig.

Magdalena Los, Künstlerin

geboren 1987 in Jastrzębie-Zdrój (Polen), lebt und arbeitet in Köln. In Los' künstlerischer Praxis durchdringen sich die Werke ständig gegenseitig. Die abwechselnd surrealen, comic-haften oder naturalistischen Motive sind skizzenhaft überlagert und kreisen immer wieder um das Verhältnis zwischen Arbeit, Zeit und Wert. Ihre jüngsten Soloshows fanden 2021 im Bonner Kunstverein und 2022 in der artothek in Köln statt. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im PiK Köln, in der Klosterruine Berlin und im Kunstverein Harburger Bahnhof gezeigt. Anfang 2022 ist sie als Residentin zu Gast bei Urbane Künste Ruhr. Sie erhielt das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds und wurde mit dem Friedrich-Vordemberge-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet. 2020 wurde sie für das Peter-Mertes-Stipendium ausgewählt, 2019 erhielt sie das Hamburger Arbeitsstipendium.

Florentine R. Muhry, Künstlerin

Florentine R. Muhry (geboren 1989, Graz, AT) ist freiberufliche Kuratorin und studierte Geschichte und Kunstgeschichte in Graz, Wien und Paris. Ab April 2022 promoviert sie im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim zur Frage nach der autodidaktischen und dekolonialen Kritik in der Konzeptkunst von Rasheed Araeen. Zuvor war sie wissenschaftliche Volontärin an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Als kuratorische Assistenz war sie am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg in der Abteilung Fotografie und neue Medien sowie an der Halle für Kunst Lüneburg tätig. Seit 2018 betreibt sie den Kunstraum muhry.com.

Alicia Reymond, Kuratorin

unabhängige Kuratorin und Forscherin, geboren 1992 in der Schweiz. 2019 hat sie die kuratorische Plattform "flight of fancy" ins Leben gerufen - als Ort ihrer aktuellen Forschungen. Sie war Ausstellungsassistentin in der Barbican Art Gallery und hat sich vor allem an der umfangreichen Recherche für die Ausstellung "Into the Night: Cabarets and Clubs in Modern Art" (2019/20) beteiligt. Davor arbeitete sie mit Kuratoren im Centre Pompidou und im Palais de Tokyo (FRA) zusammen. Alicia Reymond hat einen Bachelor in französischer Literatur und Kunstgeschichte an der Universität Genf sowie einen Master in Kunstgeschichte und im Kuratieren an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne erworben. Ihre Texte zur Gegenwartskunst wurden im Temple Magazine, Klima Magazine und Brand-New-Life Magazine veröffentlicht.

Nicola Gördes & Stella Rossié, Künstlerinnen

leben und arbeiten in Hamburg und Dortmund. Als Duo realisieren sie seit 2013 Film- und Performancearbeiten. In ihren Projekten befragen sie Machtstrukturen, Autor:innenschaft und Arbeitsverhältnisse ebenso wie strukturell verfestigte Stereotype, Geschlechter- und Rollenverhältnisse. Die Arbeiten von Gördes und Rossié wurden zuletzt u.a. beim Kultursommer-Festival Easterfield, bei Urbane Künste Ruhr und im Dortmunder Kunstverein gezeigt. 2020 erhielten die Künstlerinnen das Zeit-Stipendium. Seitdem arbeiten sie an einem künstlerischen Serienformat unter dem Titel "Welcome to the World of ...", welches Prominente und Industrielle in ihrem privaten Wohnraum besucht. Stella Rossié schloss ihr Studium an der HFBK Hamburg bei Prof. Andreas Slominski ab, Nicola Gördes an der Kunstakademie Münster bei Prof. Aernout Mik sowie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Marcel Odenbach.

Weitere Informationen zu den Stipendiat:innen und zur Stiftungsinitiative Residence NRW+ unter https://www.residencenrw.de/de/

Texte: Residence NRW+

Visuelle Kunst

Die Förderung der besonderen Vielfalt der Kunst hoher Qualität in und aus Nordrhein-Westfalen zeichnet den Bereich der Visuellen Kunst der Kunststiftung NRW aus. Dabei stehen die Konzeption und Realisierung von neuen Ideen ebenso wie nachhaltige Formate im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit.

Durch die Vergabe von Stipendien und Residenzen stärken wir freie und nachhaltige Arbeitsformen sowie die regionale und internationale Vernetzung einer lebendigen Kunstszene. Mit der Unterstützung von Produktionen, Neuproduktionen und Publikationsvorhaben, Ausstellungen und anderen Vorhaben in beispielsweise Museen, kleineren Ausstellungshäusern und Kunstvereinen fördern wir diejenigen, die sich wegweisend mit gegenwärtigen und relevanten Themen in außergewöhnlichen Formaten auseinandersetzen. Sie formen damit die Kunstlandschaft Nordrhein-Westfalens und ermöglichen ihre Weiterentwicklung. Unser besonderer Fokus liegt dabei auch auf der langfristigen Professionalisierung und Etablierung junger Kunstschaffender.
 

  • Förderung
    • Allgemeine Vorhaben

      Für allgemeine Vorhaben gilt grundsätzlich das folgende Antragsverfahren.
      Künstler:innen unter 40 Jahren und unabhängige Projekträume können ihre Anträge ausschließlich über das Antragsverfahren Junge Szene einreichen.

    • Stipendien
      • Visuelle Kunst
        Antragsverfahren
        Arbeits- und Recherchestipendien

        Mehr erfahren
    • Junge Szene

      Die "Junge Szene" unterstützt herausragende, experimentelle und transdisziplinäre künstlerische Ideen junger Kunstschaffender aus Nordrhein-Westfalen bis zu einem Alter von 40 Jahren sowie unabhängige Projekträume.

      Die Initiative hat sich als ein einzigartiger Katalysator für junge Kunstschaffende und für die Museums- und Ausstellungslandschaft in NRW erwiesen. Durch unsere Förderung konnten sich Ausstellungsräume NRW-weit etablieren, haben sich Arbeitsstipendien im In- und Ausland ergeben, Werkkomplexe realisiert und lange Partnerschaften mit Kunstschaffenden und Initiatoren entwickelt.

    • Residenzen
      • Atelier Galata, Istanbul

        Die Kunststiftung NRW vergibt ein Residenzstipendium im Bereich Visuelle Kunst in Istanbul.

        Ziel des Stipendiums ist es, die Kunstszene vor Ort kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen, Ideen auszutauschen und diese Impulse nach der Rückkehr in die jeweiligen Arbeitskontexte in Nordrhein-Westfalen einzubringen. Die Ausschreibung ist nicht alterslimitiert. Sie richtet sich an professionelle Kunstschaffende mit Lebensmittelpunkt in Nordrhein-Westfalen, die bereits öffentliche Anerkennung erfahren haben und erste Berufserfolge vorweisen können.
         

      • Bronner Residency, Tel Aviv

        Die Bronner Residency ermöglicht Kunstschaffenden aus NRW einen sechsmonatigen Aufenthalt in einem Wohnatelier in Tel Aviv.

        Ziel des Künstler:innenaustausches ist es, die jeweiligen Fragestellungen und Entwicklungen der Kunstszene vor Ort kennenzulernen, Kontakte aufzunehmen, zu vertiefen und neue Ansätze im künstlerischen Schaffen umzusetzen. Zudem möchte die Bronner Residency dazu anregen, produktionsungebunden und frei zu experimentieren. Damit tragen wir dazu bei, praktikable und faire Arbeitssituationen für Auslandsstipendien in der bildenden Kunst zu etablieren. Bereits seit 2008 unterhält die Kunststiftung NRW den bedeutenden Kulturaustausch zwischen Düsseldorf und Tel Aviv mit ihren Partnern, der Dan und Cary Bronner-Stiftung in Düsseldorf, dem Goethe-Institut Tel Aviv und den Artists’ Studios, Tel Aviv.
         

  • Stiftungsinitiativen

    • Nam June Paik Award

      Mit diesem Preis zeichnen wir die Arbeit internationaler Künstler:innen mit experimentellem Ansatz und medienbasierten Konzepten aus.

      Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung ist nach dem vor allem für Nordrhein-Westfalen wegweisenden Medienkünstler der ersten Stunde, Nam June Paik, benannt und wurde erstmals 2002 vergeben.
       

    • Residence NRW+

      Stipendien für bildende Künstler:innen und Kurator:innen an einem gemeinsamen Residenzort in Münster

      Gemeinsam mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen fördert die Kunststiftung NRW die Residence NRW+, ein Programm für besonders begabte junge Kunstschaffende der bildenden Gegenwartskunst.
      Pro Jahr werden vier zwölfmonatige Stipendien in Höhe von 1.450 Euro für bildende Künstler:innen bis zu einem Alter von 40 Jahren aus NRW oder mit NRW-Bezug sowie vier sechsmonatige Stipendien für Kurator:innen vergeben. Der Residenzort bietet Räume zum Leben und Arbeiten. Über die Stipendienvergabe entscheiden wechselnde Fachgremien. Das Stipendienprogramm ist an die Kunsthalle Münster angegliedert.

      Zum Bewerbungsverfahren:
      https://www.residencenrw.de/de/ausschreibung/

       

    • Publikationen

      Im Bereich der Visuellen Kunst fungiert die Kunststiftung NRW als Herausgeberin oder Initiatorin von Publikationen, die initiativ entstehen oder unmittelbar aus Förderprojekten der Stiftung hervorgehen.